Was ist Fototherapie?
Die Fototherapie ist eine hochwirksame physikalische Therapie beziehungsweise Behandlungsmethode, bei der nichtionisierende ultraviolette (UV-)Strahlung unterschiedlicher Wellenlängen, sichtbares Licht (Biolampe) oder Infrarotstrahlung eingesetzt wird. In unserer Klinik verwenden wir die UVB-311-nm-Fototherapie (schmalbandig, monochromatisch), die derzeit den modernsten und am häufigsten angewendeten Fototherapie-Ansatz mit einem guten Sicherheitsprofil auch im Kindesalter darstellt. Zum Einsatz kommt entweder eine Ganzkörperkabine oder eine lokal begrenzte Strahlungsquelle, zum Beispiel ein UV-Kamm zur Behandlung von Veränderungen der Kopfhaut. Die Fototherapie unterstützt die körpereigenen Regenerationsprozesse der Haut und kann dazu beitragen, sichtbare Zeichen der Hautalterung zu vermindern.
Wie sieht das Behandlungsschema der Fototherapie aus?
Zunächst ist eine Beratung durch einen Dermatologen erforderlich, der den Hauttyp des Patienten sowie die anamnestisch bekannte Verträglichkeit und Reaktion auf UV-Strahlung berücksichtigt. Das Behandlungsschema der UVB-311-nm-Fototherapie umfasst einen Zyklus von 15 bis 25 Bestrahlungen, die 2- bis 3-mal wöchentlich unter ständiger ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden. Die Strahlungsdosis wird individuell an den Patienten und die Diagnose angepasst, wobei die Expositionsdauer im Verlauf der Behandlung schrittweise erhöht wird. Die Fototherapie-Zyklen können bis zu 2-mal jährlich wiederholt werden, bis zur maximal wirksamen kumulativen Dosis. Sollten die Hautveränderungen auch nach 3 bis 6 Wochen nicht vollständig abgeklungen sein, kann eine sogenannte Erhaltungstherapie fortgesetzt werden: 2-mal wöchentlich über einen Monat, danach 1-mal wöchentlich für einen weiteren Monat.
Welche Indikationen gibt es für die UVB-311-nm-Fototherapie?
Die Fototherapie wirkt lokal auf der Haut immunmodulierend bis immunsuppressiv. Aufgrund dieser Wirkung wird die Fototherapie bei verschiedenen Hauterkrankungen eingesetzt:
- Psoriasis
- Vitiligo
- Ekzem – nicht im akuten Stadium
- Pityriasis rosea
- Parapsoriasis
- Keratosis follicularis
- Dyskeratosen
Welche Kontraindikationen bestehen für die Fototherapie?
- Die UVB-Fototherapie ist bei jeglichen Hauttumoren kontraindiziert, wie zum Beispiel malignem Melanom oder nicht-melanozytärem Hautkrebs (Plattenepithelkarzinom und Basalzellkarzinom) sowie beim dysplastischen Nävuszellnävus-Syndrom
- bei durch Sonnenlicht ausgelösten Hauterkrankungen, den sogenannten Fotodermatosen, sowie bei Einnahme fotosensibilisierender Medikamente oder bei polymorpher Lichtdermatose
- ungeeignet ist die Behandlung bei Menschen mit Klaustrophobie
- bei schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Überhitzungsgefahr, langes Stehen in der Kabine)
- während der Bestrahlung ist ein Schutz der Augen sowie bestimmter Körperbereiche erforderlich (z. B. der Genitalien, Abdeckung von Pigmentnävi mit einer Schutzpaste)
- Kinder unter 3 Jahren sollten weder Sonnenbäder noch eine Fototherapie erhalten
