Was löst Psoriasis aus und warum man mit dem Arztbesuch nicht warten sollte
Psoriasis betrifft weltweit etwa 80 Millionen Menschen. Es handelt sich um eine chronische, immer wiederkehrende entzündliche Erkrankung des Körpers. Sie zeigt sich sichtbar an der Haut, kann aber auch Nägel und Gelenke betreffen.
Psoriasis ist nicht infektiös und nicht ansteckend, dennoch sollte man bei den ersten Anzeichen unbedingt einen Facharzt aufsuchen. Eine unbehandelte schwere Form der Psoriasis kann durch erhöhte Entzündungswerte auch die Funktion anderer innerer Organe beeinträchtigen. Auch wenn Psoriasis derzeit nicht vollständig heilbar ist, verfügt die moderne Dermatologie über zahlreiche wirksame Therapiemöglichkeiten, die die Symptome lindern und über einen längeren Zeitraum unter Kontrolle halten können. Man sollte auch nicht unterschätzen, dass diese chronische Erkrankung nicht nur die körperliche Gesundheit beeinträchtigt, sondern auch die Psyche der Patienten belasten kann. Da sowohl die sichtbaren Symptome als auch Vorurteile des Umfelds das Privat- und Berufsleben der Betroffenen einschränken können, leiden nicht wenige zusätzlich an Depressionen.
Psoriasis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der sich das Immunsystem gegen körpereigene Strukturen richtet. Die genetische Veranlagung spielt dabei eine wichtige Rolle; bei fast 30 % der Betroffenen besteht eine positive Familienanamnese. Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten, am häufigsten beginnt sie jedoch zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr. Zu den möglichen Auslösern zählen starker Stress oder ein Trauma sowie bestimmte Medikamente, darunter ACE-Hemmer, Betablocker, Antimalariamittel, Lithium und nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR).
Wie äußert sich Psoriasis?
Durch die entzündungsbedingte Störung des Immunsystems wird die Erneuerung der Hautzellen von den üblichen 28 Tagen auf 3 bis 6 Tage beschleunigt. Dadurch haben die Zellen keine Zeit, vollständig auszureifen, und ihre Ansammlung führt zu verdickten, entzündeten Herden mit schuppiger Hautabschuppung. Die Psoriasis-Herde können klein wie Tröpfchen bis münzgroß sein, treten aber häufig in großer Zahl auf.
Die Herde sind chronisch, oft stationär bis landkartenartig und treten typischerweise an den Streckseiten der Gelenke (Ellenbogen, Knie), am Bauch und im Kreuzbeinbereich des Rückens auf, können aber auch zusammenfließen und sich bis auf die gesamte Körperhaut ausbreiten. Sie können auch ausschließlich auf der behaarten Kopfhaut auftreten, wo sich rote, feste, schuppige Herde bilden. Die Haare fallen dabei nicht aus. Manche Patienten haben psoriatische Herde in Hautfalten wie Leisten, Achselhöhlen, unter der Brust, im Genitalbereich sowie um die Augen. Dort sind die Herde rot, entzündet und häufig ohne sichtbare Schuppung. Psoriasis-Herde an Handflächen und Fußsohlen gehen häufig mit Nagelbeteiligung und typischen Nagelveränderungen einher.
Eine besondere, schwere akute Form der Psoriasis sind verstreute, zusammenfließende Herde, die neben der Rötung durch zahlreiche weißlich-gelbe, sterile Pusteln gekennzeichnet sind. Impetigo herpetiformis ist eine generalisierte pustulöse Psoriasis, die in der zweiten Schwangerschaftshälfte auftritt und mit schweren Allgemeinsymptomen einhergeht.
Die endgültige Diagnose wird durch eine histologische Untersuchung einer Hautprobe gesichert.
